

Schutz und Perspektive für Kinder und Jugendlichebeendet
Das vorliegende Projekt hat den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung und ihre Befähigung zum Aufbau einer neuen Lebensperspektive zum Ziel. Es werden direkte Massnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geleistet, um das fehlende Angebot der öffentlichen Hand an Schutzmechanismen, Integrations- und Bildungsangeboten für Mädchen, Jugendliche und junge Erwachsene auszugleichen. Zudem sollen durch spezifische Trainings und Massnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt die Arbeitsmarktfähigkeit und so schliesslich die Einkommensgenerierung verbessert werden.
Überblick
Einkommen
1'261'230 Schweizer Franken
Drei Departemente Boliviens: La Paz, Cochabamba und Beni (9 Munizipien)
3'350 direkte Begünstigte: 2'250 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Opfer von Gewalt, Menschenhandel oder kommerzieller sexueller Ausbeutung wurden oder diesem Risiko ausgesetzt sind; Mitarbeitende staatlicher Einrichtungen sowie Gemeindemitglieder und -vorstände, Schülerinnen und Schüler
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Projekt im Detail
Nach Angaben der Weltbank lebten 2021 fast 40% der bolivianischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze; knapp 10% in extremer Armut. Die negativen Auswirkungen der Covid Pandemie auf die wirtschaftliche Situation wirken noch immer nach, welche viele Länder der Region, darunter auch Bolivien, in die Armut zurückgeworfen haben. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die grosse Mehrheit der bolivianischen Bevölkerung ist informell beschäftigt und ein Grossteil davon sind Frauen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 10%.
Bolivien hat zudem einer der höchsten Femizidraten Lateinamerikas. Aus der letzten staatlichen Erhebung im Jahr 2016 ging hervor, dass 70% der Frauen in Bolivien im Laufe ihres Lebens Gewalt erleben und in 2022 sind die Anzeigen gegen Gewalt an Kinder, Jugendliche und Frauen um 10% gestiegen. Es ist zusätzlich von einer grossen Dunkelziffer auszugehen. Gleichzeitig sind die staatlichen Institutionen sowie die Polizei mit dieser Problematik oft überfordert. Die Projektregion umfasst mit La Paz, El Alto und Cochabamba drei der grössten Städte Boliviens, die zudem von der Zuwanderung der Landbevölkerung geprägt sind. Die dritte Region, Rurrenabaque, ist eine touristische Kleinstadt, in der ein hoher Bedarf an Prävention von Sextourismus besteht. Um den Teufelskreis von Gewalt und Ausbeutung zu durchbrechen, benötigen die Betroffenen nicht nur Schutz und Betreuung. Essentiell ist der Zugang zu Bildung, Berufsbildung und insbesondere Einkommen für eine Perspektive auf ein eigenständiges, würdiges Leben.
Das Projekt arbeitet im Schwerpunkt-Thema Einkommen von Caritas Schweiz. Es fördert den Zugang zu Bildung und Einkommen für Kinder und junge Menschen aus prekären Lebensverhältnissen. Re-Integration in das Bildungswesen und die Berufsbefähigung erfordern speziell für Gewaltopfer eine begleitende psycho-soziale Betreuung und Schutz. In enger Kooperation mit staatlich akkreditierten Berufsbildungseinrichtungen, Schulen, privaten Firmen, Arbeitsvermittlungsstellen und mit einem Unterstützungspaket für kleine Unternehmensgründungen erhalten die Kinder, Jugendlichen und junge Frauen eine neue Lebensperspektive und die Möglichkeit eine Einkommensquelle zu generieren.
Gesamthaft erhalten 1'390 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Zugang zu einer integralen Betreuung in Schutzhäusern, wo sie sich zwischen drei Monaten und bis zu mehreren Jahren aufhalten. Die drei Partnerorganisationen unterhalten zudem Tageseinrichtungen als Anlaufstellen für Mädchen und Jungen, die einen Grossteil ihrer Zeit auf der Strasse verbringen und somit einem hohen Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Gewalt und Ausbeutung zu werden. Die Projektbeteiligten erhalten Gesundheitsversorgung, psychologische und rechtliche Unterstützung. Zudem sollen mittels Berufsbildungskursen und Vorbereitungskursen für den Arbeitsmarkt, wie beispielswiese die Unterstützung bei der Durchführung von Vorstellungsgesprächen, Training in Kommunikations- und sozialen Kompetenzen, ihr Einstieg in den Arbeitsmarkt verbessert werden. Auch werden die Projektbeteiligten in ihren unternehmerischen Initiativen unterstützt. Durch den Aufbau eines Netzwerkes mit unterschiedlichen Institutionen soll schliesslich auch eine Arbeitsbörse zusammengestellt und Praktika für die jungen Menschen angeboten werden.
Der Aufbau einer neuen Lebensperspektive ist essentiell für das Durchbrechen des Teufelskreises von Gewalt und Abhängigkeiten. Für die Gewaltprävention werden zudem Schutz-, und Meldemechanismen gestärkt, in Kooperation mit schulischen Einrichtungen und den lokalen Gemeinden sowie mit Eltern und Lehrpersonen (450 Personen). Rund 500 Mitarbeitende von Jugendämtern, staatlichen und gemeinnützigen Organisationen und der Polizei werden zum Thema Kinderschutz und Gewaltprävention geschult.

Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA
Titelbild: © Pablo Quiroga/Yamil Antonio


