Mit nachhaltigem Unternehmertum Frauen und Jugendliche aus extremer Armut führen

beendet

Projekt in Äthiopien
-

Überblick

Thema

Einkommen, Klima

Budget

1'692'294 Schweizer Franken

Dauer

01.09.2022 - 30.06.2025

Projektgebiet

Äthiopien, Oromia Region, Borana Zone

Zielgruppen

2'100 von extremer Armut betroffene Frauen und Jugendliche in ländlichen Gebieten Südäthiopiens. Wobei ihre ca. 12'600 Familienangehörigen ebenfalls vom Projekt begünstigt werden.

Projektnummer

P220064

Projekt im Detail

Mit mehr als 112 Millionen Menschen ist Äthiopien das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Gleichzeitig ist Äthiopien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 850 Dollar eines der ärmsten Länder, obwohl seine Wirtschaft das schnellste Wachstum in der Region verzeichnet. Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen, denn in den ländlichen Regionen ist die Landwirtschaft für bis zu 80 Prozent der Bevölkerung weiterhin die Haupteinnahmequelle.

Die Region Oromia weist in vielen Bereichen die niedrigsten sozioökonomischen Werte des Landes auf. Dazu gehören u.a. die Gleichstellung der Geschlechter, die Alphabetisierungsrate, der Zugang zu Bildung, Wasser, sowie die Ernährungssicherheit. Auch ist die Region besonders durch die klimatischen Veränderungen stark gefährdet. Die Niederschlagsmuster verändern sich und die Dürreperioden werden extremer. Die derzeitige Dürre hält bereits seit vier Jahren an und wurde durch eine Invasion von Heuschrecken im Jahr 2019 zusätzlich verschärft, welche die Ernten und das Weideland dezimierten. Das Grasland ist durch die Dürre und die Übernutzung so stark geschädigt, dass der Boden den Regen nicht mehr aufnehmen kann. Die Einwohner in der Region Oromia sind grossmehrheitlich von der Viehzucht abhängig, ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen sowie die Schaffung von neuen Einkommensquellen ist deshalb unerlässlich, um eine sichere Lebensgrundlage zu erhalten. 

Die besonders von Armut und den Folgen des Klimawandels betroffenen Frauen und Jugendlichen sollen mit neu erschlossenen Einkommensquellen aus der extremen Armut herauskommen. Mit vertieftem Wissen über den Schutz ihrer natürlichen Umwelt können sie eine sichere und nachhaltige Lebensgrundlage für sich und ihre Familien schaffen.

Um extremer Armut und finanzieller Ausgrenzung von Frauen und Jugendlichen in pastoralen und agropastoralen Gemeinden entgegenzuwirken und die Klimaresilienz in der Region Oromia zu stärken, baut das Projekt auf dem an den äthiopischen Kontext angepassten «Graduation-Approach» auf und legt den Fokus speziell darauf, den Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen und ein gutes Umfeld für nachhaltiges Ressourcenmanagement und klimaneutrale Kleinstunternehmen zu schaffen. Das umfasst neben den bewährten Schritten des «Graduation Approachs» zusätzlich den Aufbau von Kompetenzen im Bereich Natural Ressource Management, Massnahmen zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Gleichstellung der Geschlechter, die Funktionsweise von Naturschutzgruppen zu verbessern und die Mitgliedschaft von Frauen in führenden Rollen zu fördern, sowie die Entwicklung «grüner» Wertschöpfungsketten. Dies soll die Teilnehmenden dabei unterstützen, eine «grüne» Existenzgrundlage zu schaffen, diese zu nutzen, um ihr Umfeld zu verbessern und ihre Geschäfte auszubauen und schliesslich langfristig in die ökologische Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung zu investieren, um die Nachhaltigkeit, Gesundheit und Entwicklung ihrer Gemeinschaft zu verbessern.

Ein ähnliches Projekt, das von der Partnerorganisation The BOMA Project in Kenia durchgeführt wurde, zeigt sehr positive Resultate; über 60 Prozent der Teilnehmenden haben sich dem nachhaltigen und ressourcenschonendem Unternehmertum zugewandt und engagieren sich in lokalen Naturschutzgruppen für ihre Umwelt.

Das vorliegende Projekt läuft unter den beiden Themen «Einkommen» und «Klima» und baut auf dem «grünen» Graduation Approach auf. Der Approach ist ein abgestuftes, zeitgebundenes Leistungspaket für Haushalte, das sozialen Schutz, Einkommensentwicklung und finanzielle Einbindung kombiniert und die Begünstigten bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Es handelt sich um eine zielgerichtete Intervention, um Haushalte durch eine Reihe von Aktivitäten in verschiedenen Bereichen aus der extremen Armut zu führen und ihre Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen zu stärken. Graduation befindet sich an der Schnittstelle zwischen humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit (HD Nexus). Die Begünstigten des Projekts werden anhand eines strikt vorgegebenen Auswahlverfahrens und eines eigens dafür ins Leben gerufenen Komitees ausgewählt und registriert. Die breit abgestützte, aktive Beteiligung der relevanten Regierungsstellen, Finanzinstitutionen und Privatakteure stärkt die längerfristige Wirkung der Intervention.

Ihre Spende für das Projekt
Ihre Daten sind bei uns sicher.

Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut

Alle anzeigen

Das Projekt wird finanziert durch:

  • The BOMA Project