Working with the weather instead of against it: That is the motto of the climate projects in Tajikistan.
Working with the weather instead of against it: That is the motto of the climate projects in Tajikistan.

Wetterdaten helfen den Bauern, ihre Produktivität zu verbessern

beendet

Klima-Projekt in Tadschikistan
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Der Boden in Tadschikistan ist ausgelaugt – eine Folge von Abholzung, Überweidung und des Klimawandels. Deshalb fallen die Ernten der Bauernfamilien immer kleiner aus, Naturkatastrophen sind häufiger und intensiver. Gemeinsam mit dem tadschikischen Wetterdienst und anderen Akteuren entwickelt die Caritas spezifische Wetter-Wasser-Klima Services. Diese basieren auf Daten von innovativen und kostengünstigen Wetterstationen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden. So können die Bauernfamilien ihre Erträge erhöhen und sich an den Klimawandel anpassen. Nur so können sie ihre Existenz sichern.

Überblick

Thema

Klima

Budget

6,86 Mio. Schweizer Franken

Dauer

01.04.2021 - 31.03.2025

Projektgebiete

Oberes Rasht-Tal und Khatlon-Region

Zielgruppen

Haushalte in ländlichen und Gebirgsregionen, Verwaltung und Behörden auf Distrikt- und nationaler Ebene

Projektnummer

P210033

Projekt im Detail

Die Menschen der Gebirgsregionen in Tadschikistan zählen zu den ärmsten und vulnerabelsten des Landes. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion holzten die Bewohner einen Grossteil der Wälder ab, um genügend Brennmaterial zu haben. So wurde der Boden degradiert und durch Überweidung weiter übernutzt. Die Ökosysteme gerieten aus der Balance und funktionieren nicht mehr gut. Dies führt dazu, dass die Böden weniger abwerfen und die Kleinbauern immer mehr Schwierigkeiten haben, ihre Existenz zu sichern. Zudem verstärkt sich die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen. Die Temperaturen sind durch den Klimawandel deutlich gestiegen, Dürren wechseln sich ab mit starken Niederschlägen. Die Folgen sind Überflutung, Erdrutsche und Lawinen. Die Kleinbauernfamilien müssen zusehen, wie der Boden, auf dem sie Getreide anpflanzen und ihre Tiere weiden lassen, weggeschwemmt wird.

Die Menschen in Tadschikistan können ihre Lebensbedingungen nur verbessern, wenn sie es schaffen, sich an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. Sie müssen lernen, mit den knappen Ressourcen schonend und nachhaltig umzugehen und sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten.

Wetterbasierte Entscheide sichern Ernten

Diese Anpassung an die neuen klimatischen Bedingungen gelingt, wenn sich die Bauernfamilien auf eine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu Wetter, Wasser und Klima stützen: Frost, Wärme und Regen bestimmen Ertrag und Qualität der Ernte. Solche «Weather, Water and Climate Services» (WWCS) entwickelt Caritas nun zusammen mit den Behörden und Bewohnern von Tadschikistan. Sie dienen als Frühwarnsysteme und als landwirtschaftliche Entscheidungshilfen. Caritas verfolgt hierfür einen innovativen Ansatz in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern wie dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, dem Schweizer WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF), der World Meteorological Organization (WMO) sowie dem International Center for Agricultural Research in Dry Areas (ICARDA): Wetterdaten von kostengünstigen open-source Wetterstationen und Beobachtungen von Bauern und Gemeinden gelangen zum tadschikischen Wetterdienst, der auf ihrer Grundlage zuverlässige Wettervorhersagen sowie Handlungsempfehlungen für landwirtschaftliche Entscheide bereitstellt. Diese Informationen helfen den Bäuerinnen und Bauern, fundierte Entscheidungen für Aussaat, Ernte und Bewässerung zu treffen. Ist der Boden genügend warm, um Kartoffeln zu setzen? Muss ich für die kommenden Tage mit Frost rechnen? Sollte ich jetzt bewässern und falls ja, wie viel?

Viele Akteure erhöhen Qualität

Akteure aus einem breiteren Spektrum werden miteinbezogen: vom Wetterdienst über Ministerien bis hin zu lokalen Bauern und ihren Vereinigungen, um die Services bis hin zum einzelnen Nutzer in entlegenen Gegenden zugänglich zu machen. Zudem arbeitet die Caritas mit weiteren internationalen und Schweizer Partnerinstitutionen aus Wissenschaft und öffentlichem Dienst zusammen.

Die Bauernfamilien können nun fundierte Entscheidungen für Aussaat, Ernte und Schädlingsbekämpfung treffen. Auch eine effiziente und ressourcenschonende Bewässerung ist so möglich. Die Wetter-, Wasser- und Klima-Services mindern die Vulnerabilität ländlicher Haushalte und Gemeinden. Sie können ihre Ressourcen gezielt einsetzen und sich für Risiken von Naturgefahren besser wappnen. Kurz, sie passen sich an die Auswirkungen des Klimawandels an. Die Wetter-, Wasser- und Klima-Services unterstützen eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, um der starken Übernutzung durch Abholzung und Überweidung entgegenzuwirken. So wird die Resilienz der Menschen in Tadschikistan gestärkt.

Dank dem erlangten Wissen in nachhaltigen Landbewirtschaftungspraktiken, haben sich die Felder dieses Bauern im Distrikt Muminabad in Tadschikistan zwischen 2012 und 2020 fundamental verändert. Der Boden kann das Wasser besser aufnehmen und speichern, die Erosions- und Überschwemmungsgefahr wurde substanziell reduziert.

«Früher verloren wir oft die Hälfte unserer Ernten wegen des sich verändernden Wetters. Jetzt tragen unsere Obstbäume wieder gut Früchte dank angepasster Methoden. Viele Bauern machen es uns nach und können so ihr Einkommen deutlich verbessern.»Mirzoev Sunnatullo (60)Kleinbauer
Überall im Land werden kostengünstige Wetterstationen installiert. Ihre Messungen ermöglichen genauere Wettervorhersagen, die vom Projektpartner MeteoSchweiz zusammen mit dem tadschikischen Wetterdienst entwickelt werden. Spezielle WWCS für Landwirte, die auf diesen Daten basieren, unterstützen sie dabei, den besten Zeitpunkt für die Aussaat oder die Ernte zu bestimmen. © Abdullo Media/Caritas Schweiz
Mit einer Patenschaft «Gemeinsam für Klimagerechtigkeit» unterstützen Sie nachhaltige Klimaprojekte
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Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut

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Das Projekt wird finanziert durch:

  • DEZA
  • Caritas Schweiz

Titelbild: Mit dem Wetter arbeiten, anstatt dagegen: Das ist die Devise der Klimaprojekte in Tadschikistan. © Reto Albertalli