

Prix Caritas
Jedes Jahr im Juni verleiht Caritas Schweiz den Prix Caritas. Er wird an Personen überreicht, die sich durch besondere Verdienste im Sozialen, in der Zusammenarbeit mit armutsbetroffenen Ländern im Globalen Süden oder in der interkulturellen Verständigung ausgezeichnet haben. Der Prix Caritas geht an Personen, die durch ihre hohe Fachkompetenz und Menschlichkeit sowie durch ihr innovatives und nachhaltiges Engagement überzeugen und die auf politisch-gesellschaftliche Unterstützung angewiesen sind.
20 Jahre Prix Caritas
Mit der Verleihung des Prix Caritas 2023 möchte Caritas Schweiz das ausserordentliche Engagement der diesjährigen Preisträgerin würdigen und sie darin bestärken, sich weiterhin unbeirrt zugunsten der vom Krieg betroffenen Bevölkerung in der Ukraine einzusetzen.

Am 10. Juni 2022 wurde in Luzern die Rechtsanwältin Lea Hungerbühler (33) mit dem Prix Caritas ausgezeichnet. Die Preisträgerin setzt sich für die Rechte von geflüchteten Menschen ein und verhilft Schutzsuchenden mit neuen Herangehensweisen zu ihrem Recht.

Der Preisträger beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Klima und hat in führender Stellung UNO-Berichte des Weltklimarats IPCC mitverfasst, in denen erstmals auf den Zusammenhang zwischen der globalen Klimakrise und der Armut im Globalen Süden hingewiesen wird.

Wegen der Corona-Krise fand 2020 keine Verleihung des Prix Caritas statt.
Mit dem Prix Caritas 2019 wurden in Luzern Frei Adailson Quintino dos Santos und Lucimar Correa der Organisation São Martinho geehrt. Pascale Baeriswyl, Staatssekretärin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), würdigte das Engagement der Preisträger. Diese setzen sich seit Jahrzehnten für den Kinder- und Jugendschutz sowie für die Kinderrechte in Brasilien ein. Im Zentrum ihrer Bemühungen stehen benachteiligte Kinder und Jugendliche, die in Rio de Janeiro auf der Strasse leben und Gewalt ausgesetzt sind.

Mit dem Prix Caritas 2018 wurde in Luzern der kambodschanische Arzt Sovannarith Sam geehrt. Yves Serra, CEO und Präsident der Geschäftsleitung von Georg Fischer, würdigte das Engagement des Preisträgers. Dieser setzt sich seit Jahrzehnten für Kinderschutz und Kinderrechte in Kambodscha ein. Im Zentrum seiner Bemühungen stehen benachteiligte Kinder, die Opfer von Versklavung, Menschenhandel und Prostitution geworden sind.

Mit dem Prix Caritas 2017 wurden in Luzern die kolumbianischen Anwälte Luz Estela Romero und Ricardo Esquivia geehrt. Mario Gattiker, Leiter des Staatssekretariats für Migration im EJPD, würdigte das Engagement der Preisträgerin und des Preisträgers. Diese setzen sich seit Jahrzehnten für einen dauerhaften Friedensprozess und die Respektierung der Menschenrechte in Kolumbien ein.

Mit dem Prix Caritas 2016 wurde in Luzern die ugandische Pädagogin und Schulleiterin Alice Achan geehrt. Andrea Broggini, Präsident der Verwaltung des Migros-Genossenschaftsbundes würdigte das Engagement der Preisträgerin. Diese setzt sich seit mehr als fünfzehn Jahren für die Ausbildung von Mädchen und Teenager-Müttern ein.

Mit dem Prix Caritas 2015 wurde in Luzern der italienische Journalist, Autor, Filmer und Blogger Gabriele del Grande ausgezeichnet. Der Basler Bischof Felix Gmür würdigte das Engagement des Preisträgers. Del Grande setzt sich seit mehr als zehn Jahren publizistisch für Migranten und Flüchtlinge ein, die an den Toren Europas stranden.

Mit dem Prix Caritas 2014 wurden in Luzern der syrische Jesuit Nawras Sammour aus Aleppo und der Jordanier Wael Suleiman ausgezeichnet. SRG-Generaldirektor Roger de Weck würdigte das Engagement der Preisträger, die sich seit Ausbruch des Krieges für die Vertriebenen in Syrien und im benachbarten Jordanien einsetzen. Sie hätten zahllosen Menschen geholfen, zu überleben und ihre Würde zu bewahren.

Mit dem Prix Caritas 2013 wurde in Luzern die gebürtige Britin Rachel Newton ausgezeichnet. Bundesrätin Simonetta Sommaruga würdigte das Engagement der Preisträgerin, die sich in der autonomen kurdischen Region im Nordirak seit 1998 für die Rechte und den Schutz der Kinder einsetzt. Dank diesem Engagement erhielten in den vergangenen Jahren 7500 Strassenkinder in einem Drop-in-Zentrum Schutz und Obdach.

Mit dem Prix Caritas 2012 wurde in Luzern José María Romero ausgezeichnet. Bundesrat Alain Berset würdigte das Engagement des Preisträgers, der sich als Koordinator einer indianischen Kleinbauern-Vereinigung für das Recht auf Landbesitz engagiert. Dank diesem Engagement erhielten in den vergangenen Jahren mehr als 2000 Familien Zugang zu einem Stück Land, das sie nun – vertraglich abgesichert – bebauen können.

Mit dem Prix Caritas 2011 wurde in Luzern Cecilia Flores-Oebanda ausgezeichnet. Botschafter Martin Dahinden, Direktor der DEZA, würdigte das Engagement der Preisträgerin für Frauen und Mädchen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und anderen Formen der Gewalt wurden. Die Preissumme von 10 000 Franken kommt ihrer Stiftung «Visayan Forum» zugute. Diese leistet einerseits konkrete Opferhilfe, andererseits realisiert sie auch soziale und politische Präventionsarbeit, um Formen von Versklavung und sexueller Ausbeutung wirksam zu verhindern.

Mit dem Prix Caritas 2010 für Menschlichkeit wurden heute in Luzern Schwester Vincenzina Dallai und Père Gérard Dorméville ausgezeichnet. Bundesrat Didier Burkhalter würdigte das Engagement der Preisträgers für die Ausbildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Gonaïves. Die Preissumme von 10 000 Franken kommt der Schule «La Sainte Famille» zugute, wo 1300 Kinder aus dem Elendsviertel «Trou Sable» unterrichtet werden.

Mit dem Prix Caritas 2009 für Menschlichkeit wurde in Luzern Muhammad Ibrahim ausgezeichnet. Nationalrätin Barbara Schmid-Federer würdigte in ihrer Laudatio das jahrzehntelange Engagement des Preisträgers für die Ausbildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Muhammad Ibrahim setzt die Preissumme von 10'000 Franken für ein Berufsbildungsprojekt ein.

Dieses Jahr geht der Prix Caritas nach Santo Domingo: Die Heilpädagogin Jacinta Torres gründete vor 20 Jahren die erste Schule der Dominikanischen Republik für geistig und körperlich behinderte Kinder aus armen Familien. Sie begann zunächst mit einer Klasse von fünf Kindern. Sie konnte den Eltern sehr rasch und überzeugend aufzeigen, wie auch geistig behinderte Kinder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung gefördert werden können. Wegen des überzeugenden heilpädagogischen Konzepts entwickelte sich die kleine Schule sehr rasch. Heute besuchen 260 Kinder «Rayo de Sol» (Sonnenstrahl).

Mit dem Prix Caritas 2007 für Menschlichkeit wurden in Luzern Pater Jean-Marie Viénat und Schwester Anne Féser ausgezeichnet. Bundesrat Pascal Couchepin würdigte in seiner Laudatio das jahrzehntelange Engagement der beiden Ordensleute im Dienst der Armen und Ausgeschlossenen. Die Preisträger setzen das Geld für eine Kinderkrippe in ihrem Sozialzentrum C.A.R.É (Genf) ein.

Mit dem Prix Caritas 2006 für Menschlichkeit wurde in Luzern der Fotograf und Journalist Jesús Abad Colorado ausgezeichnet. Die Caritas würdigt damit sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit in Kolumbien.

Mit dem Prix Caritas 2005 für Menschlichkeit wurde in Luzern der sudanesische Bischof Paride Taban ausgezeichnet. Die Caritas würdigt damit sein jahrzehntelanges Engagement für Frieden und Gerechtigkeit im Südsudan.

Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss hat im Kultur- und Kongresszentrum Luzern den zweiten Prix Caritas für Menschlichkeit übergeben. Preisträgerinnen sind die tadschikischen Ärztinnen Rosiamo Ashurova und Saodat Kamalova.

Caritas hat erstmals den Prix Caritas für Menschlichkeit verliehen. Preisträger ist der international bekannte irische Priester Shay Cullen. Seit 1969 kämpft der Geehrte auf den Philippinen gegen Menschenhandel und Kinderprostitution. Gleichzeitig gründete er ein Zentrum, das missbrauchte Kinder therapiert und ihnen eine angepasste Ausbildung vermittelt. Die Preissumme von 10'000 Franken soll dem Therapiezentrum zugute kommen. Shay Cullen ist vor kurzem auch für den Friedensnobelpreis 2003 nominiert worden.
Titelbild: Dankesrede von Tetiana Schawnysky. © Priska Ketterer/Caritas Schweiz